Wir von MyNintendo haben ein Interview mit dem Gründer des beliebten Nintendocasts, Magnus Kleditzsch, geführt. Darin könnt ihr einiges über seine Person, seine Ansichten und seinen Podcast erfahren.

Erzähl uns ein paar Details über dich, Magnus: Wie alt bist du, wo kommst du her und was machst du hauptberuflich?
Ich bin aktuell 22 Jahre jung, lebe in Münster (Westfalen) und studiere Kommunikationswissenschaft. Ich arbeite freiberuflich als Texter und Übersetzer für Nintendo und die Computec Media AG. Seit 2001 berichte ich in meiner Freizeit über die Welt der Videospiele, anfangs nur bei gamecubex.net, doch seit 2005 auch über mein eigenes Projekt: Die Konsolenpodcasts. Dort erscheinen jede Woche (Audio- und Video-) Sendungen zur Videospielkultur.

Welche Konsolen haben dich bisher am Meisten fasziniert?
Ich bin mit dem Game Boy aufgewachsen, wirklich fasziniert war ich jedoch von den ersten 3D Spielen. Das Nintendo 64 hat sich da besonders hervorgetan. Das Gefühl, Mario zum ersten Mal durch eine dreidimensionale Umgebung zu steuern, schafft heute keine Konsole mehr.

Was sind aktuell deine favorisierten Spiele?
Ich spiele gerade „Edna bricht aus“, ein Old-School Point & Click Adventure auf dem PC und Okami auf Wii. Leider ist Letzteres viel zu zeitaufwändig.

Da du ja als Multi-Konsolen-Spieler eingestuft werden kannst, ist diese Frage vielleicht ganz interessant: Welche Plattform wird deiner Ansicht nach den Konsolenkrieg gewinnen?

Gibt es einen Krieg? Ich finde diesen Begriff eher albern. Der einzige, dem die große Konkurrenz auf dem Konsolenmarkt schadet, sind die Hersteller. Wir Kunden können uns über ein Spieleangebot und einen Preiskampf freuen. Wenn es um pure Verkaufszahlen geht, würde ich Nintendo in dieser Generation aber am stärksten einschätzen.

Was hältst du von den vielen Casual-Spielen, die ja aktuell zu Genüge auf Wii erscheinen?
Höre ich da etwa Frust heraus? Tatsächlich hat die Touch!Generations-Reihe von Nintendo es geschafft, auch meine Eltern anzusprechen. Videospiele sind für diese Generation plötzlich kein Tabu mehr. Das finde ich super. Leider scheint sich das Gewicht der Spiele-Erscheinungen gerade auf Wii viel zu stark in diese Richtung zu verschieben. Das muss nicht sein und sollte sich schnell ändern.

Kommen wir zum wichtigsten Teil: Wie seid ihr, also du und Andreas Schlicht, auf die Idee gekommen, einen Podcast über Nintendo zu gründen?

Andreas und ich kannten uns schon Jahre vorher durch unsere gemeinsame Arbeit bei gamecubex.net. Wir waren gemeinsam auf den ersten Games Conventions und der E3 2005 und haben Presse-Events besucht. Uns beiden war klar, dass die stumpfe Bewertung von Videospielen auf Dauer nicht sehr fordernd ist. Wir wollten mit dem Nintendocast ein Angebot schaffen, welches den kulturellen Aspekt des Nintendo-Universums stärker in den Vordergrund stellt. Ein Podcast mit festen Themen war da für uns genau die richtige Wahl.

Warum erfreuen sich deiner Meinung nach Podcasts so großer Beliebtheit? Was macht einen richtig guten Podcast aus?
Schwierige Frage. Ohne stundenlang philosophieren zu wollen: Ich selber nutze Podcasts um einiges lieber als herkömmliche Medien, weil sie jederzeit unterbrochen werden können. Ich muss das Radio nicht zu einer bestimmten Uhrzeit einschalten, sondern habe jederzeit die Möglichkeit, die neueste Folge meiner Lieblingssendung zu hören oder sehen. Im Zug kann ich kurz unterbrechen, wenn der Schaffner kommt und wenn ich etwas nicht verstanden habe, zurückspulen. Hinzu kommt, dass Podcasts kostenlos sind und jeder einen Zugriff darauf hat.

Wie ist die Arbeit so bei euch? Geht ihr alles entspannt und locker an oder wird es auch mal stressig? Hattest du immer Spaß daran, Podcasts zu machen oder gab es auch schon problematische Zeiten?
Ich fühle mich in unserem Team sehr wohl. Die meiste Zeit geht es sehr locker zu. Aber: Für jede Minute fertigen Podcasts kann man fünf Minuten Vor- und Nachbereitung hinzurechnen. Bei umfangreichen Sendungen gepaart mit wenig Zeit entsteht da schnell großer Stress. Bis jetzt musste aber nur eine einzige Ausgabe des Nintendocasts ausfallen.

Was möchtest du in Zukunft mit Konsolenpodcasts erreichen – was ist dein aktuelles Ziel?
Ich hoffe, die Hörer haben viel Spaß mit uns. Über alles Andere mache ich mir an dieser Stelle keine Gedanken.

Könntest du dir vorstellen, eure Seite einmal richtig zu vermarkten? Oder interessieren dich solche Dinge nicht und Nintendocast soll bleiben, wie es ist?
Von Anfang an haben wir uns bei den Konsolenpodcasts gegen Werbung ausgesprochen. Das Projekt ist unser Hobby und wir sind gerne bereit, auch ein wenig Geld in Server und Reisekosten zu investieren andere Leute zahlen mit Sicherheit mehr für ihr Hobby.